Der österreichische Format 

berichtet in seiner heutigen Ausgabe


 

EU-Prüfbericht: Folgenschwere Mängel bei der Rinderzucht in Österreich


"Format": Sogar Fälle von Tierquälerei totgeschwiegen

Wien - Laut einem EU-Prüfbericht sollen von den veterinärmedizinischen Behörden bei der Rinderzucht in Österreich folgenschwere Mängel in der Fütterung und Haltung toleriert und sogar Fälle von Tierquälerei totgeschwiegen worden sein. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Format" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe laut Aussendung vom Sonntag. 

Zwei Tester haben im Rahmen einer viertägigen Österreich-Visite im Auftrag der europäischen Generaldirektion für Gesundheit und Verbraucherschutz (
Anmerkung cenjur: zuständiger EU-Kommissar Byrne) den Bericht erstellt: "Keines der Tiere in den Betrieben, in denen Kälber für die Kalbfleischhaltung gehalten wurden, wurde mit fasrigem Raufutter gefüttert, wie das die Rechtsvorschriften verlangen", heißt es darin. Nicht einmal eindeutig nachgewiesener Hämoglobinmangel bei Kälbern habe die Amtsärzte dazu veranlaßt, eine Umstellung der Ernährung zu veranlassen.

Dem Landwirtschaftsministerium in Wien werfen die EU-Prüfer laut "Format" vor, Kontrollberichte nach Brüssel manipuliert zu haben. "Es bestehen einige Zweifel dahingehend, ob der halbjährliche Bericht an die Kommission über die Inspektionen, die durchgeführt wurden, um sicherzustellen, dass die Vorschriften der Richtlinien über den Schutz von Schweinen und Kälbern eingehalten wurden, tatsächlich die genauen Ergebnisse der durchgeführten Kontrollbesuche wiedergibt." In ihrem Prüfbericht raten die EU-Tester der Kommission laut "Format" sogar zu "Strafmaßnahmen gegen die österreichischen Behörden". (APA)


Anmerkung cenjur:  wir haben sowohl die zuständige EU-Kommission wie das österreichische Ministerium für Landwirtschaft um Stellungnahme ersucht. Sobald uns die Informationen vorliegen, werden diese hier eingestellt werden. Die deutschen Behörden hatten ebenfalls von Kommissar Byrne ja am 08. Januar 2001 eine vertrauliche Mitteilung erhalten. Zwar haben wir am 10ten Januar 2001 die deutsche Regierung um Stellungnahme gebeten, wurden aber von dieser bis heute, trotz Erinnerung, nicht informiert, während uns die Stellungahme der EU-Kommission noch am selben Tag unserer Anfrage zuging! Wir werden sehen, ob die deutsche Regierung überhaupt und ob und wie schnell die österreichische Regierung antwortet.

 

Neueste cenjur-Meldung: die österreichische Regierung hat cenjur gegenüber bereits ausführlich Stellung genommen (im Gegensatz zur bundesdeutschen Regierung unverzüglich!) und den Bericht des FORMAT in der vorliegenden Forum bestritten. Das Ministerium wörtlich: "Den EU-Prüfbericht, den "Format" ins Treffen führt, gibt es noch nicht (bzw.ist uns nicht bekannt)."

Sobald die Stellungnahme der EU-Kommission, vorliegt, werden wir weiter berichten und die Stellungnahmen im Original einstellen. 22. Januar 2001, 16.15 Uhr