FAZ – Frankfurter Allgemeine Zeitung
 

06. September 1999-09-06
von. Offenbach  Mit europäischem Recht beschäftigen sich Oberstufenschüler der Leibniz-Schule künftig am Computer. Gudrun Seidl, geschäftsführende Gesellschafterin des Unternehmens SEIDL-Datenbank Service GmbH, hat der Schule 100 CD-ROMs mit dem Titel „cenlaw“ gespendet. Auf den Datenträgern ist das EU-Recht zusammengefasst. Damit sei das Gymnasium die erste Schule in Europa, die das Gemeinschaftsrecht der Europäischen Union in den Unterricht einbeziehe, sagte Seidl bei der Vorstellung.
Zu den Inhalten der Software gehören neben den Gründungsverträgen der Europäischen Gemeinschaft und Verträgen zwischen den EU-Mitgliedstaaten auch verbindliches sowie unverbindliches Recht. Dadurch könnten die Schüler sehen, welche europäischen Richtlinien noch nicht in nationales Recht umgesetzt seien, sagte Seidl. Zudem könnten die Schüler über so genannte Links auf der CD-ROM im Internet eigenständig recherchieren.
 
Allerdings sollten die Schüler nicht etwa das komplette europäische Recht lernen, sondern sich vielmehr anhand politischer Ereignisse in Themen einarbeiten, sagte Jürgen Scheuermann, verantwortlicher Lehrer für den Fachbereich Gemeinschaftskunde.
 
Auch andere Fächer sollen mit einbezogen werden. So kann sich der Biologie-Unterricht beispielsweise mit der europäischen Pflanzenschutz-Richtlinie beschäftigen oder das FachPhysikdie Emmissions-Richtlinie als Thema aufgreifen.
Die Schüler sollten die Entscheidungen in Brüssel und Strassburg kritisch hinterfragen:
“Europa beginnt bei uns im Klassenzimmer.“