Erste kurze Einblicke in "humanae vitae"
anlässlich der Gesetzesbilligung zur Abtreibungspille Mifegyne
Frau Professor Dr. Herta Däubler-Gmelin und Frau Professor Jutta Limbach gewidmetHumanae vitae aus Sicht der Kirche 1968
Dr. Theo Seidl, Amtsarzt 1969
Es hat noch nie eine päpstliche Enzyklika gegeben, die ein so weltweites Echo und eine so zwiespältige Aufnahme im kirchlichen Raum, selbst von Kanzeln und Bistümern, gefunden hat. Es gab aber auch noch keine Enzyklika, die so unmittelbar in das tägliche Leben unzähliger Menschen hineinspricht, wie humanae vitae.Was ist überhaupt eine Enzyklika?
Eine Enzyklika - das Wort kommt aus dem Griechischen - ist die amtliche Lehräußerung der Kirche. Diese kann zur Wahrung der eigentlichen und letzten Glaubenssubstanz, selbst auf die Gefahr des Irrtums im einzelnen hin, solche Lehrweisungen aussprechen.
Humanae vitae beinhaltet zwei Themen:
In dem fundamentalen Anliegen des Schreibens von der Würde des Menschen und der Heiligkeit des Lebens sind sich ,,alle Menschen guten Willens", die in der Adresse der Enzyklika ausdrücklich angesprochen werden, einig. Diese Sorge ist berechtigt und begründet, wenn man an die beängstigenden Gefahren technischer Manipulation des Menschen und an die zunehmende Mißachtung des menschlichen Lebens überhaupt denkt...."Die Ehrfurcht vor der Würde des Menschen und der Heiligkeit des Lebens; die geschlechtlichen Beziehungen in der Ehe, Geburtenregelung und Geburtenkontrolle. "....Auf all diese Probleme näher einzugehen fehlt aber die Zeit. Nur möchte ich noch bemerken, daß es ,,Empfängnisregelung" und nicht ,,Geburtenregelung" heißen müßte, denn es geht darum, wie eine Empfängnis verhindert werden kann bzw. darf und nicht eine Geburt....".
"...Wir sollten zunächst nüchtern registrieren, daß Päpste (in nicht unfehlbaren Lehräußerungen) nicht nur- theoretisch gesehen - irren können, sondern auch tatsächlich geirrt haben....."
Humanae vitae aus Sicht des Arztes 1969
Dr. Theo Seidl, Amtsarzt 1969
"...Es ist also eine geschichtliche Tatsache, daß Päpste in nichtdefinitiven Lehraussagen, auch solchen von großer Tragweite, sogar in Glaubens- und Sittenfragen, selbst wenn sie sich dabei auf eine kirchliche Tradition stützen konnten, geirrt haben. Die Frage, ob Paul VI. in der Kernaussage vom Humanae vitae, nämlich in der bedingungslosen Verurteilung empfängnisverhütender Methoden mit Ausnahme der Zeitwahl, geirrt haben könnte, ist darum so akut, weil© 1969 by Dr. Theo Seidlnach der Auffassung vieler das Konzil selbst, im Unterschied zu früheren Lehraussagen, insbesondere der Enzyklika Casti connubii Pius XI. (1930), sich zur Frage der Mittel einer verantworteten Empfängnisregelung bewußt weniger bestimmt geäußert hatte; weil die große Mehrheit (etwa 80%) der zum Studium dieser Frage eigens eingesetzten päpstlichen Kommission anders urteilte, als jetzt der Papst; weil viele, wie es scheint die meisten, auch die katholischen Fachgelehrten der einschlägigen Sachgebiete, ebenfalls anders urteilen; weil ferner weite Kreise des katholischen, auch des kirchentreuen Volkes, offenbar anderer Meinung waren oder sind, wie schon beim Weltkongreß für Laienapostolat (11. - 18.Okt.67) deutlich wurde, und wie es sich jetzt an den Reaktionen auf die Enzyklika zeigt; kommt hinzu, daß auch mehrere nichtkatholische Kirchen, denen vom Konzil auch "innere Gaben des Heiligen Geistes", zuerkannt werden, sich eingehend mit dem Problem der Empfängnisregelung befaßt haben und ebenfalls zu anderen Auffassungen gekommen sind...." Humanae vitae aus Sicht des Sängers 1988
Es ist Zeit, Alarm zu schlagen. An jedem Tag wächst die Zahl der Menschen auf unserem Planeten um 300.000 – in jeder Woche um über 2 Millionen. In jedem Monat kommen mehr Menschen neu auf diese Welt, als in New York zuhause sind. Aber wir wollen das nicht wissen, noch ist es nicht unser Problem – und was uns nicht berührt, das geht uns auch nichts an. Wenn wir es merken, wird es zu spät sein. Wo die Menschen am ärmsten sind, vermehren sie sich am schnellsten. Es schon jetzt zu wenig Platz auf dieser Erde und es wird immer weniger Platz sein. Nicht Kriege, Seuchen und Naturkatastrophen, es sind die Menschen selbst, die ihren Lebensraum vernichten. Wer die Umwelt schützen will, der muß die Welt bewahren. 5 Milliarden sind genug..."Humanae vitae im Jahre 1999
Mifegyne – Bundesrat billigt Gesetz zur Abtreibungspille© 1999 by Gudrun Seidl