Dokumentation für die EU-Kommission in Brüssel
zwecks sofortiger Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahrens gegen die Bundesrepublik Deutschland
 
Das muss man sich einmal überlegen: das Bundesumwelt-Ministerium hat in Kenntnis der EU-Richtlinie 618 aus 1989, die zum Schutze der Bevölkerung anlässlich des Reaktorunfalles in Tschernobyl über Europa entstanden ist, diese bis zum heutigen Tag nicht in nationales Recht umgesetzt
 
und ist in momentaner Krisenstabs-Erwartung, dass kein nukleares Jahr2000-Problem in keiner Nation auftritt!
 
Dass ganz offensichtlich das bundesdeutsche Ministerium aber auch die Stab-Stelle 2000 mit dem Y2K-Problem überfordert ist, zeigen ihre Stellungnahmen vor laufender Kamera und in Presseäusserngen. Man weiss nicht einmal in Regierungs- und Krisenmanagement-Kreisen, was das ganze Jahr-2000 Problem überhaupt ist, wie aus nachfolgenden Pressemeldungen ersichtlich:


Freitag, 31. Dezember 1999, 12:58 Uhr
Bundesregierung erwartet keine größeren Jahr-2000-Probleme
 
Baden-Baden (dpa) - Die Bundesregierung rechnet nicht mit größeren Problemen bei der Datumsumstellung auf das Jahr 2000. Im Südwestrundfunk (SWR) sagte der Sprecher des Jahr-2000-Stabes der Bundesregierung, Lutz Meyer-Bruns, er gehe nicht davon aus, dass es in Deutschland zu einem Chaos kommen werde. Der Krisenstab der Bundesregierung habe sich nicht auf konkrete Szenarien vorbereitet. Atom-Aufsichtsbehörden und Betreiber hätten in den vergangenen Tagen noch einmal bestätigt, dass die in der Silvesternacht weiterlaufenden deutschen Atomkraftwerke sicher seien.
 
Anmerkung Gudrun Seidl: und warum dann bitte das Ausstiegs-Szenario seit einem ganzen Jahr, anstatt sich zunächst um die Sicherheit der deutschen Bevölkerung zu kümmern und die Evakuierungs-Richtlinie 618 von 1989 umzusetzen?
 
Ein großes Problem, mit dem der Jahr-2000-Stab der Bundesregierung vermutlich zu kämpfen haben werde, so Meyer-Bruns, sei die Vielzahl von Meldungen, die in der kommenden Nacht, aber auch schon ab heute Mittag durch die Welt geistern werde. Es sei die eigentliche Herausforderung für den Krisenstab, hier die für Deutschland relevanten Informationen herauszufiltern und Falschmeldungen von Richtigen zu unterscheiden. Im Kommunikationsbereich habe die Bundesregierung «Doppelt- und Dreifachsicherungen» eingebaut. Bundeskanzler Gerhard Schröder werde zwar nicht in Berlin sein, aber es sei sicher gestellt, dass er jederzeit erreichbar sei.
 
Der Krisenstab werde zunächst ab Mittag die Situation im Ausland beobachten. Besondere Aufmerksamkeit gelte dabei den asiatischen Industriestaaten, vor allen Dingen Japan, aber auch gerade die Philippinen, da es dort eine mit Deutschland vergleichbare Telefon- Infrastruktur gebe. Wenn dort nichts passiere, dann werde voraussichtlich auch in Deutschland keine Probleme geben.
 
Anmerkung Gudrun Seidl: es geht doch weniger um Japan und Asien als um die wirtschaftlich schwachen Ostblockstaaten und das Militär. (1)
 
Zu dem Jahr-2000-Fehler kommt es durch Computerprogramme, die zur Jahresangabe nur zwei Ziffern benutzen und den 1.1.2000 als 1.1.1900 interpretieren. (2)
 
Anmerkung Gudrun Seidl: Ist das alles, oder ist vielmehr der gravierende Fehler auch noch darin zu sehen, dass das Jahr 1900 KEIN SCHALTJAHR war und es demnach auch den 29. Februar 2000 nicht geben wird? Was macht die bundesdeutsche Regierung am 28. oder 29. Februar 2000?
 
 (1) Y! Spezial > Das Jahr-2000-Problem
Russische Atombetriebe wegen Jahr-2000-Problem in Alarmbereitschaft (dpa)
 
Mit größerer Sorge blickt die Welt auf die Kernwaffen und -kraftwerke in Russland und der Ukraine. Obwohl der Sicherheitschef des Tschernobyl-Reaktors, Viktor Kuchinsky, sein Kraftwerk Anfang Dezember für 2000-sicher erklärt hat und auch General Wladimir Jakowlew Entwarnung für die russischen Atomraketen gibt, wurde zusammen mit den USA ein Kontrollzentrum eingerichtet. Über Videokonferenzen und Datenleitungen werden die Experten eng zusammenarbeiten, um direkt gemeinsam auf Probleme reagieren zu können.
 
(2) Das ver(fli)xte Jahr: Der Schaltjahr-Fehler
Hinzu kommt eine fehlerhafte Berechnung. Denn anders als oft programmiert ist 2000 ein Schaltjahr. Grundsätzlich gelten folgende zwei Regeln: Ein Schaltjahr muß durch vier teilbar sein, aber nicht durch 100. Demnach wäre 2000 kein Schaltjahr, es sei denn, Regel Nummer 3 greift: “teilbar durch 400.” Genau das ist hier der Fall, wurde jedoch übersehen. Eine fehlerhafte Berechnung der Daten ab dem 28.Februar 2000 wäre die Folge. Das letzte Schaltjahr, das auf einen Jahrhundertanfang fiel, war das Jahr 1600.