Freitag, 31.
Dezember 1999, 12:58 Uhr
Bundesregierung
erwartet keine größeren Jahr-2000-Probleme
Baden-Baden (dpa) -
Die Bundesregierung rechnet nicht mit größeren Problemen bei
der Datumsumstellung auf das Jahr 2000. Im Südwestrundfunk (SWR) sagte
der Sprecher des Jahr-2000-Stabes der Bundesregierung, Lutz Meyer-Bruns,
er gehe nicht davon aus, dass es in Deutschland zu einem Chaos kommen werde.
Der Krisenstab der Bundesregierung habe sich nicht auf konkrete Szenarien
vorbereitet. Atom-Aufsichtsbehörden und Betreiber hätten in den
vergangenen Tagen noch einmal bestätigt, dass die in der Silvesternacht
weiterlaufenden deutschen Atomkraftwerke sicher seien.
Anmerkung
Gudrun Seidl: und warum dann bitte das Ausstiegs-Szenario seit einem ganzen
Jahr, anstatt sich zunächst um die Sicherheit der deutschen Bevölkerung
zu kümmern und die Evakuierungs-Richtlinie 618 von 1989 umzusetzen?
Ein großes Problem,
mit dem der Jahr-2000-Stab der Bundesregierung vermutlich zu kämpfen
haben werde, so Meyer-Bruns, sei die Vielzahl von Meldungen, die in der
kommenden Nacht, aber auch schon ab heute Mittag durch die Welt geistern
werde. Es sei die eigentliche Herausforderung für den Krisenstab,
hier die für Deutschland relevanten Informationen herauszufiltern
und Falschmeldungen von Richtigen zu unterscheiden. Im Kommunikationsbereich
habe die Bundesregierung «Doppelt- und Dreifachsicherungen»
eingebaut. Bundeskanzler Gerhard Schröder werde zwar nicht in Berlin
sein, aber es sei sicher gestellt, dass er jederzeit erreichbar sei.
Der Krisenstab werde
zunächst ab Mittag die Situation im Ausland beobachten. Besondere
Aufmerksamkeit gelte dabei den asiatischen Industriestaaten, vor allen
Dingen Japan, aber auch gerade die Philippinen, da es dort eine mit Deutschland
vergleichbare Telefon- Infrastruktur gebe. Wenn dort nichts passiere, dann
werde voraussichtlich auch in Deutschland keine Probleme geben.
Anmerkung
Gudrun Seidl: es geht doch weniger um Japan und Asien als um die wirtschaftlich
schwachen Ostblockstaaten und das Militär. (1)
Zu dem Jahr-2000-Fehler
kommt es durch Computerprogramme, die zur Jahresangabe nur zwei Ziffern
benutzen und den 1.1.2000 als 1.1.1900 interpretieren. (2)
Anmerkung
Gudrun Seidl: Ist das alles, oder ist vielmehr der gravierende Fehler auch
noch darin zu sehen, dass das Jahr 1900 KEIN SCHALTJAHR war und es demnach
auch den 29. Februar 2000 nicht geben wird? Was macht die bundesdeutsche
Regierung am 28. oder 29. Februar 2000?