und fordert
umfangreiche Schutz- und Kontrollmaßnahmen: Ein völliges Verbot der
Tiermehlverfütterung, eine weitgehende Kontrolle der
Futtermittelhersteller sowie eine Ausweitung der BSE-Tests in den USA.
Knapp 100 Millionen Rinder stehen auf den Weiden und in den Ställen der
USA, 36 Millionen werden jährlich geschlachtet, 80 Millionen Portionen
Rindfleisch konsumieren die Amerikaner täglich. Amerikas Farmer
produzieren ein Viertel des weltweiten Fleischbedarfs. Angesichts dieser
Zahlen zeigt sich Henson alarmiert über Missstände bei den staatlichen
Kontrollen:
Bis 1997 durfte Tiermehl in den USA auch an Rinder verfüttert werden.
In das Futter gelangten auch die sogenannten downer cows, Rinder, die
aus unerfindlichen Gründen zusammenbrachen und notgeschlachtet werden
mussten - 25 000 bis 1 Million Tiere jährlich. Nur ein winziger
Bruchteil von ihnen wurde bisher auf BSE getestet. Auch nach dem
Verfütterungsverbot von Tiermehl an Wiederkäuer ist das Tiermehl nicht
sicher. Wie eine aktuelle Studie der für Lebensmittel zuständigen Food
and Drug Administration (FDA) zeigt, hält sich ein Drittel der
kontrollierten Futtermittelhersteller nicht an die Kennzeichnungspflicht
für Tiermehlzusätze. Ein Viertel der Betriebe trennt die Produktion
von Rinder- und anderem Kraftfutter, das nach wie vor Tiermehl enthalten
kann, nicht voneinander. Damit sind Verunreinigungen, wie sich auch in
Deutschland nachgewiesen wurden, höchstwahrscheinlich.
Eine Entwicklung macht die Verbraucherschützer besonders besorgt: Nach
der Verfütterung von Tiermehl aus Rinderkadavern entwickelten
amerikanische Zuchtnerze aus elf verschiedenen Beständen BSE-ähnliche
Symptome. Zudem wütet in Nordamerika unter Rotwild und Elchen eine
BSE-verwandte Krankheit, die chronic wasting disease (CWD). Sie ist, wie
Laborexperimente zeigen, prinzipiell auch auf den Menschen übertragbar.
Auch wenn die FDA bisher jeden Zusammenhang leugnet, gibt es bereits
drei verdächtige Todesfälle: Im vergangenen Jahr starben zwei Männer
und eine Frau an der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit. Alle drei hatten
wiederholt Rotwildfleisch konsumiert und waren - für die Krankheit
absolut untypisch - unter 30 Jahre alt.
Linda Detwiler, die zuständige Veterinärmedizinerin im
US-Agrarministerium, will jetzt die BSE-Tests ausweiten. Vor allem die
downer cows sollen intensiver untersucht werden. "Wir tun alles, um
uns nicht in Sicherheit zu wiegen." Steven Sundlof, FDA-Direktor
für Veterinärmedizin mag sich einen BSE-Ausbruch in den USA gar nicht
vorstellen: "Mit einem Wort: Das wäre verheerend!" (Quelle:
ots) |
Rom (pte, 26. Januar 01/15:48) - Die UN-Lebensmittelbehörde FAO
http://www.fao.org schätzt, dass sich der Rinderwahnsinn weltweit ausbreiten wird. Alle Staaten, die seit den 80-er
Jahren Fleisch- und Knochenmehl aus Westeuropa, vor allem aus Großbritannien importiert
hätten, könnten von der Krankheit betroffen sein, warnte die Organisation. In Kürze soll ein
Expertenrat einen umfassenden Maßnahmenkatalog erstellen.
Staaten, die Tiere oder Fleisch- und Knochenmehl aus den von BSE betroffenen Staaten
eingeführt haben, wird ein vollständiger Verfütterungsstopp von Tiermehlen empfohlen. In der
Europäischen Union werde die Lage zunehmend ernst, nachdem BSE erstmals an Rindern in
mehreren EU-Staaten entdeckt worden sei, betont die FAO. Experten fordern auch
Regierungen außerhalb der EU auf, Vorsorge zu treffen, damit sich die Seuche nicht auf
Menschen ausbreite. Obwohl die Lebensmittelbehörde grundsätzlich die von der EU
eingeleiteten Schritte zum Kampf gegen den Rinderwahn unterstütze, solle die
Risikoeinschätzung auch auf weitere Regionen und Kontinente ausgedehnt werden.
Für EU-Länder wird die Applikation der so genannten "Hazard Analysis and Critical Control
Point system (HACCP)"-Methode empfohlen. Das Analysegerät identifiziert mögliche
Probleme und ergreift Korrekturmaßnahmen innerhalb der Nahrungskette. Weitere Punkte
beinhalten die Produktion von Tiernahrung, die verwendeten Rohstoffe, die Kreuzkontamination
in der Nahrungsmittelbetrieben, die Kennzeichnung von Fertigprodukten, Schlachtmethoden
und die Verwertung von Schlachtabfällen.
In naher Zukunft will die FAO mit der WHO http://www.who.int
und der Internationalen Organisation für Tiergesundheit (OIE) http://www.oie.int
eine Expertenrunde einberufen. Diese soll speziell auch für Entwicklungsländer einen Prasixbericht ausarbeiten, der die Bevölkerung
vor der varianten Kreutzfeld-Jakob-Erkrankung, den Tierbestand vor BSE und die Industrie
vor Handelsbeschränkungen und deren Auswirkungen bewahren soll. |